VERHINDERUNGSPFLEGE

Es handelt sich um eine finanzielle Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung, die es pflegenden Angehörigen ermöglichen soll, die Pflege weiterhin sicherzustellen, auch wenn sie selbst krank, beruflich verhindert oder im Urlaub sind. Die Pflegekasse übernimmt in diesen Fällen die notwendigen Kosten einer Ersatzpflege bis zu 2.418 € (Grundbetrag 1.612 € zuzüglich max. 806 € aus nicht in Anspruch genommener Kurzzeitpflege) und bis zu 6 Wochen jährlich.

Wer hat Anspruch auf Verhinderungspflegegeld?

Jede pflegebedürftige Person hat Anspruch auf diese Leistung, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • die pflegebedürftige Person wird seit mindestens sechs Monaten in der eigenen Häuslichkeit gepflegt
  • die Pflege muss bei der Pflegekasse nachgewiesen sein
  • es liegt mindestens Pflegegrad 2 vor
Tochter und Seniorin verabschieden sich mit einer Umarmung

Tipps für Organisation, Antrag und Beratung

Wer darf die Verhinderungspflege erbringen?

Die Verhinderungspflege kann beispielsweise durch einen ambulanten Pflegedienst, durch freiberufliche Pflegefachkräfte aber auch durch ehrenamtlich Pflegende, nahe Angehörige oder Bekannte erfolgen. Möchten Sie Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte 24h-Betreuung) nutzen? Auch in diesem Fall kann Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.

Wie und wann beantrage ich die Verhinderungspflege?

  • Schriftlich: Das Formular dazu stellen die meisten Pflegekassen online zum Download bereit
  • Rechtzeitig vor Abwesenheit (am besten 4 Wochen vorher) – dies ist kein Muss, der Antrag kann in Notfällen auch kurzfristig erfolgen. Wenn man es planen kann, empfehlen wir, den Antrag frühzeitig zu stellen

Was muss ich tun, um das Verhinderungspflegegeld zu erhalten?

Nach Beendigung der Verhinderungspflege Kostennachweis (z.B. Rechnung) bei der Pflegekasse einreichen. Den Kostennachweis entweder zusammen mit entsprechendem Formular der Pflegekasse oder formlos einreichen (am besten vorher bei der Kasse nachfragen, ob formlose Nachweise akzeptiert werden).

In der Regel muss man folgende Angaben machen:

  • Zeitraum der Pflege
  • Täglicher Stundenumfang
  • Angabe, ob Ersatzpflegender mit der pflegebedürftigen Person verwandt ist
  • Angabe, ob Ersatzpflegender mit der pflegebedürftigen Person in häuslicher Gemeinschaft lebt
  • Name und Adresse des Partnerunternehmens

Wo bekomme ich kompetente Beratung zur Verhinderungspflege?

  • Bei unabhängigen Beratungsstellen wie z.B. Pflegestützpunkten
  • Bei der Pflegekasse des Versicherten (als Angehöriger haben Sie einen Rechtsanspruch auf eine Beratung)

Wie finde ich eine Beratungsstelle in meiner Nähe?

Wir empfehlen Ihnen die Internetseite des Zentrums für Qualität in der Pflege, einer gemeinnützigen Stiftung mit dem Ziel, Wissen für alle bereit zu stellen und die Pflegequalität zu verbessern. Sie können sich auch sehr gerne an uns wenden – Linara hilft Ihnen bei der Suche einer naheliegenden Beratungsstelle.

Was muss ich sonst noch wissen?

Seit dem 1. Januar 2016 wird die Hälfte des monatlichen Pflegegeldes für den Zeitraum der Verhinderungspflege weitergezahlt.

Sie möchten regelmäßig Informationen aus unserem Pflege-Ratgeber per E-Mail erhalten?
Pflege-Ratgeber abonnieren